Formal kann man der vorliegenden Ortsgeschichte eine ganze Reihe positiver Merkmale attestieren. Auf den Anhang (nocheinmal: vorbildlich!) und die Gesamtgestaltung ist schon verwiesen. Genannt seien ferner die klare Einteilung in Kapitel und deren Untergliederungen, wobei jeweils gut gelungen ist, wie der Einleitungsabschnitt zu jedem Kapitel das Strasser Konkretum mit wenigen Strichen in den allgemeingeschichtlichen Bezugsrahmen stellt. (Wäre als Gegenstück hierzu nicht eine kurze Zusammenfassung am Ende der Kapitel denkbar gewesen?) Zu nennen ist auch die im Text selbst — also abgesehen von den Anmerkungen — noch verstärkte Beleg- genauigkeit durch Angabe von Plannummern, Hausnummern, Namen. Im Hinblick auf künftige Veränderungen dürften solche Fixierungen wichtig sein, auch wenn sie beim Lesen gerade den Nicht-Strasser etwas strapazieren. Schließlich muß man dem reichhaltigen Anschauungsmaterial der Karten, Pläne (die sind besonders hilfreich!), Skizzen, Fotos uneingeschränkte Anerkennung zollen.
Die Einteilung einer Arbeit in sachthematische Kapitel stellt sofort auch die Frage ihrer Abfolge. Jede denkbare Lösung — auch die unten angedeutete Alternative — wird hier ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen haben, weil es bei der Verzahnung der Einzelbereiche schwer ist, sie unter möglichster Vermeidung von Wiederholungen zu trennen. Die im Buch getroffene Reihenfolge ist eine sicher zu vertretende Lösung: die jeweiligen »Sonderkapitel« so anzuordnen, daß sie den entsprechenden Perioden der allgemeinen Ortsgeschichte in der Hauptsache zeitlich und inhaltlich benachbart erscheinen. Richtig ist dann auch, die Sonderkapitel zeitlich »durchzuziehen«. (Als einziger Bereich macht hier der militärische eine Ausnahme. Weshalb muß man Kriegseinwir- kungen bzw. -folgen im Kapitel »Frühere Kriege und Notzeiten« und auf den Seiten 264-290 — die Muna eingeschlossen — nachlesen?) Der Rezensent hätte aus systematischen Gründen für die Kapitelabfolge einen doppelten Block vorgezogen, der allerdings geringe inhaltliche Verschiebungen zur Folge gehabt hätte:
| I. Allgemeine Ortsgeschichte Kelto-römische Siedlung Anfänge… Obrigkeit… Landgemeinde Jahre der Veränderung | II. Sonderdarstellungen Höfe und Sölden Kriege und Notzeiten Pfarrei… Schulwesen Vereine |
Durch die gesamte Darstellung auffällig ist das Zitieren langer Passagen aus den Quellen.
Ausführliche Zitate können im Einzelfall wegen ihrer Wichtigkeit geboten oder – wenn sie etwa bestimmte Verhältnisse besonders anschaulich darstellen – nützlich sein. Sonst aber wären Zusammenfassungen des wesentlichen Inhalts vorzuziehen, weil dies – unbeschadet der Exaktheit der Darstellung – die Konzentration erleichtert und das Quantum nach Möglichkeit reduziert. Ähnliches gilt auch für den Verzicht auf die Erwähnung sämtlicher Besonderheiten, kleiner Veränderungen etc. in einer Sache.