Zusammenfassung

Bei Jakob Zwitzel fällt auf, dass er sowohl mit seinem Familiennamen, der verschiedene Varianten aufweist, als auch mit dem Vornamen und dem Herkunftsort benannt wird. Am häufigsten erscheint dabei die Ortsbezeichnung „von Elchingen“, dem Ort, in dem er sehr wahrscheinlich geboren wurde und aus dem seine Familie stammte. Daneben ist die Rede „von Ulm“. Da es über seine Ausbildung an der Ulmer Münsterbauhütte und die erste Gesellenzeit am Ulmer Münsterbau keine direkten schriftlichen Aufzeichnungen gibt, dürfte diese Zubenennung für seine Tätigkeit in Ulm eine ausreichende plausible Erklärung sein.

Ausgangspunkt des beruflichen Wirkens bildete die Lehrzeit und erste Gesellenzeit beim Ulmer Münsterbau. Die Begegnung mit dem Augsburger Meister Engelberg war dann entscheidend für seine künftige berufliche Karriere. Die Schwerpunkte seines künftigen Schaffens beschränkten sich auf die Reichsstadt Augsburg, seinem ständigen Wohnsitz, und Aufenthalten in Südtirol, wo er dann zeitlich parallel ebenso mit großartigen Leistungen, besonders als Turmbau- und Gewölbespezialist in Erscheinung trat. Diese beruhen weitgehend auf fachlichen Erfahrungen, die er und sein Lehrmeister Burkhard Engelberg beim Ulmer Münsterbau machen konnten. Während es sich in Augsburg mehr um säkulare Bauten handelte, waren es in Südtirol ausschließlich Kirchengebäude. Zwitzel gehört zu den wichtigen Vertretern der berühmten Augsburger Bauhütte, deren „modernes“ Formengut der Architektur er in der Spätphase der Gotik nach Südtirol vermittelt hat .