Jakob von Elchingen

Sein Weg von der Ulmer Münsterbauhütte bis zum „Dom auf dem Lande“ in Südtirol

Wer war Jakob von Elchingen, der in seiner Heimat völlig unbekannt ist, obwohl er zu den großen spätgotischen Baumeistern gezählt werden kann und in Augsburg und Südtirol großartige Zeugnisse seiner Baukunst geschaffen hat? Im Jahr 1498 taucht in Augsburger Quellen erstmals der Name „Jakob von Elchingen“ auf, der sich sieben Jahre später auch mit seinem Familiennamen Zwitzel zu erkennen gibt.1 1504 wird ein „Ambrosy Ellchinger“ in die Augsburger Bauhütte aufgenommen.2 Er war sicher verwandt mit Jakob Zwitzel, der in der Zeit von ca. 1470 bis 1540 gelebt hat.3 Allerdings wird in zeitgenössischen Quellen über Elchingen der Name Zwitzel nirgendwo erwähnt, doch deuten indirekte Hinweise auf den wahrscheinlichen Geburtsort hin. Es stellt sich die Frage, ob er im später so bezeichneten „Oberelchingen“ oder „Unterelchingen“ geboren worden ist.

  1. Die Augsburger Familie Zwitzel, in: Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben (Schwäbische Forschungsgemeinschaft, Reihe 3, Bd. 8), München 1961, S. 84 – 107, hier: S. 84. – Der Name, geschrieben nach der Lautung, kommt in mehreren Varianten vor ↩︎
  2. Konrad Fischnaler: Zum Bau des Pfarrkirchthurmes in Schwaz, in: Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchivs Ferdinandeum, Bd. 3 (1896), S. 209 – 215, hier: S. 213. ↩︎
  3. Ulrich Kirstein: Zwitzel, in: Stadtlexikon Augsburg, Wißner-Verlag, 2. Aufl., Druckausgabe 2025, Onelinefassung. ↩︎