Zur Frage seiner Herkunft

Der Ursprung des heutigen Ortes Oberelchingen liegt unterhalb der Klostersteige im Donautal und hieß dementsprechend auch Thal. Hier lebten die Untertanen, die im Dienste des Benediktinerklosters Elchingen standen. Ihr Ort dürfte deshalb erst nach seiner Gründung Anfang des 12. Jahrhunderts entstanden sein. Ein Verzeichnis von 1455 mit der Überschrift „Erb Lehen-Brieff über die Gemeinds- und Lehen-Güeter zu Elchingen im Thal“ nennt den Umfang der etwa gleich großen Erblehen samt den Abgaben, aber auch die frühesten Familiennamen der 32 Besitzer.1 Darin wird jedoch der Name Zwitzel nicht aufgeführt, obwohl das Verzeichnis relativ zeitnah zum vermuteten Geburtsjahr liegt.

Blicken wir auf Unterelchingen, das als frühmittelalterliche Siedlung von den Alamannen gegründet worden ist und den Namen Elchingen erhalten hat. Seit Ende des 13. Jahrhunderts gehörte es zum Zisterzienserkloster Salem. Man kann feststellen, dass in fast allen mittelalterlichen archivalischen Belegen für den Ort nur „Elchingen“ verwendet wird, der sich immer auf Unterelchingen bezieht. Der Ortsname Elchingen ist übrigens im Hochmittelalter ebenso auf das Benediktinerkloster übertragen worden. In einer Veröffentlichung von 1896 wurde schon die Vermutung geäußert, dass die Familie Zwitzel aus dem Pfarrdorf Elchingen, d.h. Unterelchingen, stamme,2 denn Oberelchingen war früher nie ein Pfarrdorf gewesen. Eine Musterungsliste der wehrfähigen Unterelchinger Männer von 1528 nennt einen „Hainrich Züßel“, hinter dem sich möglicherweise eine Variante des Namens Zwitzel verbirgt.3 Alle angeführten Indizien sprechen daher für Unterelchingen als Herkunftsort von Jakob von Elchingen bzw. Jakob Zwitzel, der um 1470 hier geboren wurde.

  1. PfarrA Oberelchingen, ohne Sign.: Konvolut von „Ab-copirten Verträgen, die Gemeind zu Elchingen im Thal betreffend“, angefertigt um 1721/22, S. 1 – 6. ↩︎
  2. Fischnaler: Pfarrkirchenthurm in Schwaz (wie Anm. 2) , S. 213. ↩︎
  3. Stadtarchiv Ulm, A[1074]: Musterungslisten der Mannschaft in der oberen und unteren Herrschaft in Nr. 6: Unterelchingen. ↩︎